Was Du beim Debattieren lernen kannst

Debattieren schult sowohl analytische als auch performative Fähigkeiten.
Sich vor eine große Gruppe zu stellen und frei zu reden ist Niemandem in die Wiege gelegt. Fast alle Menschen sind verunsichert, aber durch Übung kann man Selbstvertrauen in das eigene Auftreten gewinnen und die Verunsicherung zum Verschwinden bringen. In Video-Feedbacks kann man den eigenen Auftritt und seine Wirkung studieren und so die eigene Fremdwahrnehmung überprüfen.
Debattieren fördert mit dem Training des selbstsicheren Auftretens, des schlüssigen Argumentierens und der rhetorischen Überzeugungskraft notwendige Voraussetzungen, um sich hörbar in einen Diskurs einzubringen. Das ist wichtig, um die eigenen Interessen durchzusetzen – sei es in der Politik, an der Uni oder im Arbeitsumfeld.
Dennoch produziert das Debattieren nicht nur selbstverliebte Schwafler, die sich gern selbst zuhören. Indem den Rednern ihre Position (pro oder contra) zugelost wird, übt das Debattieren die Fähigkeit, ein Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Um ein Argument des Gegenübers vollständig zu entkräften, ist es notwendig, es sehr ernst zu nehmen und es sich in seiner inneren Schlüssigkeit zu vergegenwärtigen. Um in einer Debatte zu gewinnen, muss man sich mit den Argumenten des Gegenübers ernsthaft auseinandersetzen und kann sie nicht einfach beiseitewischen. Nichts ist “einfach Unsinn”, genauso wie nichts “natürlich die Wahrheit” ist.
Diese Fähigkeit des Perspektivwechsels ist nicht nur von unschätzbarem kommunikativem Wert, sondern auch die Voraussetzung dafür, in größeren Gruppen Lösungen zu finden, die viele Menschen überzeugen können.
Außerdem ist Debattieren eine Übung darin, mit Gegenmeinungen sachlich umzugehen. Wer debattiert, ist es gewohnt, Widerspruch zu erhalten, und ist besser in der Lage, den Widerspruch in der Sache zu entkräften, statt sich persönlich angegriffen zu fühlen.